Die Gruppe
Die Fahnenschwinger-Gruppe der Stadt Narni wurde 1980 innerhalb des Stadtteils Terziere Fraporta gegründet – einem der Viertel, in die sich die Stadt Narni während des Patronatsfests "Corsa all’anello" aufteilt. Von entscheidender Bedeutung war die Unterstützung durch die Fahnenschwinger-Gruppe aus Sansepolcro, die das nötige technische Fundament legte, um die Aktivitäten der Gruppe zu starten und auszubauen, welche in den 90er Jahren ihren Höhepunkt erreichten. Im Jahr 1989 belegten die Fahnenschwinger von Fraporta den 9. Gesamtplatz bei den italienischen Meisterschaften, während die Musiker den 4. Platz erreichten. 1997 löste sich die Gruppe vom Stadtteil Fraporta und erlangte ihre Unabhängigkeit. Seitdem reist sie um die ganze Welt und ist bereits auf allen Kontinenten aufgetreten. Ein Gastspiel führte sie sogar nach Indien in den Bundesstaat Gujarat, wo ihnen die höchste Auszeichnung dieser Gemeinschaft verliehen wurde: ein Kranz aus Rohbaumwolle als Symbol für Gewaltlosigkeit und universellen Frieden. Neben Asien reisten sie auch viele Male in den US-Bundesstaat Missouri sowie nach Deutschland, Malta, England, Griechenland, Belgien, in die Schweiz, nach Luxemburg, Spanien, Frankreich, Ungarn, Dänemark und Tunesien.
Sie traten sowohl bei folkloristischen Anlässen als auch bei bedeutenden Sportereignissen auf, wie dem Finale der Champions League 1996 in Rom oder dem Radrennen Tirreno-Adriatico 2013. Zudem waren sie zu Gast bei Modena Volley im legendären Palapanini, dem Tempel des italienischen Volleyballs. Ihre Fahnen wirbelten auch unter dem Lebensbaum während der Expo 2015 in Mailand. Neben der Weltausstellung war die Gruppe auch bei der Perdonanza Celestiniana, dem Internationalen Visegrád-Festival in Ungarn und dem Belle-Époque-Festival in Vannes (Frankreich) während der Feierlichkeiten zum Sturm auf die Bastille zu Gast. Kurzum: Sie sind echte Botschafter Italiens und insbesondere der Stadt Narni, der Corsa all'Anello und ihrer Traditionen. Zu allen anderen Gruppen pflegen sie enge Kontakte – Kooperationen, aus denen Freundschaften, gegenseitige Sympathie und Gegenbesuche entstanden sind. Seit jeher sind die Fahnen von einem der größten italienischen Feldherren (Condottieri) aller Zeiten inspiriert: Erasmo von Narni, genannt Gattamelata. Die Gruppe besteht derzeit aus rund siebzig Mitgliedern, aufgeteilt in Fahnenschwinger, Trommler und Fanfarenbläser (Chiarine), die ein unvergleichliches, farbenprächtiges Schauspiel inszenieren. Begleitet wird das Ganze vom mal heiteren, mal donnernden Rhythmus der Musikgruppe. Die Show ist eine echte historische Inszenierung und gliedert sich in große und kleine Formationen, Paare sowie Einzelkonzerte mit einer bis zu fünf Fahnen gleichzeitig.
Ein besonders stimmungsvoller Moment der Show ist das Scharmützel, eine Übung, die ein Duell nachstellt und den exakten militärischen Ursprung der Fahnenbeherrschung widerspiegelt. Ein historisch-mittelalterliches Spektakel, bei dem der Verlust der Fahne gleichbedeutend mit Demütigung und dem sicheren Tod war. Am Ende unterliegt einer der beiden, wird jedoch vom anderen aufgerichtet, woraufhin sie den Platz gemeinsam verlassen. Diese in Italien einzigartige Übung, wurde 1989 erstmals außerhalb des Wettbewerbs bei den internationalen Fahnenschwinger-Meisterschaften präsentiert und ist gerade wegen ihrer Besonderheit der ganze Stolz der Gruppe.
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